6. Verteilungssicht
Inhalt Diese Sicht beschreibt, in welcher Umgebung das System abläuft. Sie beschreiben die geographische Verteilung Ihres Systems oder die Struktur der Hardwarekomponenten, auf denen die Software abläuft. Sie dokumentiert Rechner, Prozessoren, Netztopologien und Kanäle, sowie sonstige Bestandteile der physischen Systemumgebung. Die Verteilungssicht zeigt das System aus Betreibersicht.
Motivation
Software ohne Hardware tut wenig. Das Minimum, was Sie
als Software-Architekt daher brauchen, sind so viele
Angaben zu der zugrunde liegenden (Hardware-
)Verteilung, dass Sie jeden Software-Baustein, der für
den Betrieb interessant ist, irgendwelchen
Hardware-Einheiten zuordnen können. (Das gilt auch für
Standardsoftware, die Voraussetzung für das
Funktionieren des Gesamtsystems ist). Sie sollen mit
diesen Modellen die Betreiber in die Lage versetzen,
die Software auch komplett und richtig zu
installieren.
Form
Die UML stellt mit Verteilungsdiagrammen (Deployment
Diagrammen) eine Diagrammart zur Verfügung, um diese
Sicht auszudrücken. Nutzen Sie diese, evtl. auch
geschachtelt, wenn Ihre Verteilungsstruktur es
verlangt. (Das oberste Deployment- Diagramm sollte
bereits in Ihrer Kontextsicht enthalten sein mit Ihrer
Infrastruktur als EINE Blackbox. Jetzt zoomen Sie in
diese Infrastruktur mit weiteren Deployment- Diagrammen
hinein.
Andere Diagramme Ihrer Hardware-Kollegen, die Prozessoren und Kanäle darstellen sind hier ebenfalls einsetzbar. Abstrahieren Sie aber auf die Aspekte, die für die Software-Verteilung relevant sind.
6.1 Infrastruktur Ebene 1
6.1.1 Verteilungsdiagramm Ebene 1
- zeigt das Verteilung des Gesamtsystems auf 1 - n Prozessoren (oder Standorte) sowie die physischen Verbindungskanäle zwischen diesen.
- beschreibt wichtige Begründungen, die zu dieser Verteilungsstruktur, d.h. zur Auswahl der Knoten und zhur Auswahl der Kanäle führten
- verweist evtl. auf verworfene Alternativen (mit der Begründung, warum es verworfen wurden
6.1.2 Prozessor 1
Verwenden Sie folgendes Template zur Beschreibung eines einzelnen Knotens (Prozessor, Device, Standardort). Machen Sie zu jedem Knoten (mindestens) folgende Angaben:
-
Beschreibung: Ein kurzer Überblick über den Knoten: was er ist, was er tut, wie er es tut und seine Hauptverantwortung in dem System.
-
Leistungsmerkmale: Hier beschreiben Sie bekannte nichtfunktionale Eigenschaften des Knotens, wie die Größe des Speichers, die maximale Ausbaubarkeit, die Rechenleistung, Störanfälligkeit, .. Oder - wenn der Knoten noch nicht endgültig entschieden wurde - ordnen Sie hier die geforderten Eigenschaften aus der Anforderungsspezifikation (wie z.B. geforderter Durchsatz, geforderte Zuverlässigkeit, maximale Kosten, …) zu.
-
Zugeordnete Software-Bausteine: Eine Liste von Software-Bausteinen, die auf diesen Knoten verteilt werden soll.
-
Sonstige Verwaltungsinformationen: Autor, Version, Datum, Änderungshistorie, …
-
Offene Punkte: Notieren Sie alles, was für diesen Knoten noch geklärt werden muss. (Dieser Absatz ist hoffentlich bei einer stabilen Architektur leer.)
6.1.3 Prozessor 2
Struktur gemäß Knoten-Template:
- Beschreibung
- Leistungsmerkmale
- Zugeordnete Software-Bausteine
- Sonstige Verwaltungsinformationen
- Offene Punkte
6.1.4 …
6.1.5 Prozessor n
Struktur gemäß Knoten-Template:
6.1.6 Kanal 1
Inhalt
Spezifikation der Eigenschaften des Kanals, soweit für
die Software- Architektur interessant ist.
Motivation
Spezifizieren Sie mindest die Eigenschaften der
Übertragungskanäle, die Sie brauchen, um
nicht-funktionale Anforderungen nachzuweisen, wie
maximaler Durchsatz, Störungswahrscheinlichkeiten oder
ähnliche.
Form
Verwenden Sie ein ähnliches Muster wie für die
Prozessorspezifikationen. Oftmals verweisen Sie auf
einen Standard (z.B: CAN-Bus, 10Mbit Ethernet,
Druckerkabel, …).
6.1.7 Kanal 2
6.1.8 …
6.1.9 Kanal m
6.2 Infrastruktur Ebene 2
Inhalt
Weitere Deploymentdiagramme mit gleicher
Beschreibungsstruktur wie oben.
Motivation
Zur Verfeinerung der Infrastruktur soweit, wie Sie es
für die Verteilung der Software benötigen.